Schweizerfahne

1961

Kaufte Siffert einen Lotus 18 Formel-Junior. Jean Pierre Oberson kam als zweiter Mechaniker ins Team. Das erste Rennen bestritt er am Bergrennen Mont-sur-Rolle, das er gewann. Das Rennen um die Cesenatico Trophy beendete er als Sieger. Beim Vallelunga Junior Grand Prix erreichte er den zweiten Rang. Den Gardasee Grand Prix beendete er wieder als Sieger. Den Eifel Grand Prix, konnte er auch gewinnen. Am Monaco Junior Grand Prix fuhr er als fünfter durchs Ziel. Nach diesem Rennen verkaufte er den Lotus 18 und kaufte sich einen Lotus 20. Mit diesem Fahrzeug wurde er am Grand Prix des Frontieres in Chimay dritter, in Oulton Park neunter, beim Rouen-les-Essarts Grand Prix vierter, den Terramo Grand Prix gewann er. Beim Caserta Grand Prix wurde er zweiter, das Bergrennen am Mont-Ventoux brachte wieder einen Sieg, beim Reims Meeting wurde er dritter, der Enna Grand Prix endete mit dem ersten Platz. Beim Cadours Bergrennen fuhr er wieder einen Sieg ein, beim Coupe de Salon in Monthlery gab es einen dritten Rang. Bei der Anfahrt zum nächsten Rennen in Monthlery erlebte das Team Siffert eine Schrecksekunde, weil der Fahrer am Steuer des Wagens eingeschlafen war, der Rest des Teams schlief auch. Der Wagen mit Anhänger auf dem der Lotus 20 transportiert wurde, kam rechts von der Strasse ab, kollidierte mit einem massiven Pfahl, dabei wurde das hintere rechte Rad demoliert, ohne weiteren Schaden konnte das Auto angehalten werden. Das Team hatte Riesen Glück das nicht mehr passierte. Nach der Reparatur fuhren sie zum Coupe de Paris in Monthlery, wo Jo Siffert das Rennen als Sieger beendete. 1961 wurde Jo Siffert Formel Junior Europameister mit gleich vielen Punkten wie der Engländer Toni Maggs.
Für das 1000 km Rennen auf dem Nürburgring, stellte der Schweizer Robert Jenny dem Team Siffert-Liebel seinen Ferrari 500 TRC zur Verfügung. In der 2 Liter Sportwagenklasse kamen sie auf Rang drei.

Jo im Lotus
Siffert im Lotus 18 mit seinen Mechanikern Oberson und Piller  Foto Michel Piller

1962 Bekam Siffert die Möglichkeit, fürs Team Filipinetti einen Lotus 22 zu steuern. Die Saison begann mit einem Sieg in Cesenatico. Beim Gardasee Grand Prix gab es den ersten Ausfall. Beim Brüssel Grand Prix kam er auf den sechsten Platz und beim Vienna Grand Prix steuerte er den Lotus 22 zum Sieg. Das Rennen in Pau beendete Siffert auf dem sechsten Platz. Bei der Austragung des Avus Grand Prix in Berlin erreichte er wieder den ersten Platz. Dann kam der 2. Juni, Qualifikation für den ersten Formel 1 WM Lauf in Monaco. Filipinetti stellte Siffert einen Lotus 24 Climax zur Verfügung. Dieser konnte sich aber mit dem neuen Fahrzeug nicht qualifizieren. Für den Belgischen GP in Spa am 17. Juni konnte sich Siffert qualifizieren. Am Sonntag um 13.30 Uhr startete er zum ersten GP, den er als zehnter beendete. In Reims fuhr er auf den neunten Platz. Beim GP in Rouen kam er nicht ins Ziel. Den GP auf dem Nürburgring beendete er als zwölfter. In Enna fuhr er als vierter durchs Ziel. Am Bergrennen St. Ursanne-Les Rangiers belegte er den ersten Rang. Für den Italienischen GP in Monza konnte er sich nicht qualifizieren. Beim Bergrennen am Chamrousse erreichte er mit dem Lotus 24 Climax den ersten Rang. Am Ende der Saison verliess Mechaniker Michel Piller das Team.
Jo erste WM
 Jo Sifferts erster Formel 1 WM Lauf in Belgien auf Lotus 24.  Foto Fontana

1963

In Snetterton schied Siffert im Regen mit 250 km/h erstmals durch einen Unfall aus, zum Glück blieb er ohne Verletzung. Beim Pau GP Ausfall. Den Imola Grand Prix beendete er als zweiter hinter Jim Clark. 4 Tage später, beim Siracusa Grand Prix, fuhr er als Sieger durchs Ziel. Im Rennen zum GP von Monaco schied Siffert mit Motorschaden aus. Er war nervös und demoralisiert, das ganze Wochenende, weil es zu Spannungen im Filipinetti Team kam. Siffert trennte sich in der Folge vom Team. Er musste sich aus dem Vertrag loskaufen und übernahm auf eigene Rechnung den Lotus 24. Das brachte ihn finanziell in grosse Nöte. Durch seine Willens und Schaffenskraft konnte Jo für den GP von Holland in Zandvoort erstmals den Lotus 24 BRM mit Einspritzung einsetzen. Auf dem siebten Rang beendete er das Rennen. Beim GP in Reims erkämpfte sich Jo Siffert die ersten 2 WM Punkte. Vor dem Start zum GP in Silverstone, musste man auf dem Startplatz noch den Zündmagneten auswechseln, schied dann im Rennen mit Getriebeschaden aus. Mit dem gleichen Defekt schied er im Solitude Rennen aus. Den Nürburgring GP beendete er auf dem neunten Platz. Beim Mediterraneo Grand Prix in Enna belegte Siffert den fünften Rang. Am Bergrennen St. Ursanne-Les Rangiers kam er auf den zweiten Platz. Auf dem Flugplatz von Zeltweg zum GP von Österreich schied Siffert in der 45. Runde aus. Ebenfalls ausgefallen ist er beim Monza GP. Das Rennen in Oulton Park beendete er als elfter. Im USA GP in Watkins Glen schied er mit Getriebeschaden aus. In Mexiko stand der letzte GP auf dem Programm. Aus     Sifferts Sicht war es das bisher beste Rennen, was die persönliche Befriedigung betraf. Nach hartem Kampf mit Hall, Sharp, de Beaufort und Solana kam er auf den neunten Rang.

Das 500 km Rennen in Spa mit einem Ferrari GTO beendete er auf dem dritten Rang.

erste WM Punkte
In Reims holte Jo Siffert die ersten WM Punkte.  Foto Fontana

1964

Bei Jack Brabham gab Siffert einen Formel 1 mit BRM Motor und einen Formel 2 mit Cosworth Motor in Auftrag. Heini Mader und Jean Pierre Oberson Sifferts treue Mechaniker halfen mit die Fahrzeuge fertig zu stellen. Beim ersten Rennen in Syracusa erlitt er im Training einen Unfall, wobei er sich ein Schlüsselbein brach. Da der Brabham noch nicht fertig war musste er mit dem Lotus 24 antreten. Das Fahrzeug wurde nur leicht beschädigt. Das Silverstone Trophy Race beendete er als elfter, den GP Monaco als achter beide Rennen musste er noch mit dem Lotus bestreiten. Für den GP in Holland in Zandvoort konnte erstmals der Brabham eingesetzt werden. Siffert kam auf den 13. Rang. Am 16. August startete Jo Siffert zum Enna Grand Prix als Trainingsschnellster, mit neuem Rundenrekord. Im Rennen fuhren Siffert, Clark und Ireland vorne weg. Die Führung wechselte ständig. Mit neuer Rekord Durchschnittsgeschwindigkeit von 221,899 km/h raste Jo Siffert auf Brabham eine Hundertstelssekunde vor Jim Clark auf Lotus und eine Sekunde vor Ireland durchs Ziel. Da er für den USA GP die nötigen finanziellen Mittel nicht hatte, nahm ihn Rob Walker in sein Renn Team. Siffert musste seinen Brabham dunkelblau mit dem bekannten weissen Streifen an der Wagen Schnauze lackieren. Er beendete den USA GP auf dem dritten Rang.

Beim ersten Formel 2 Rennen in Reims belegte er den siebten Platz.
Formel 2
Letzte Anweisungen vor dem Start zum ersten Formel 2 Rennen in Reims. Foto Fontana

1965

Wurde Jo Siffert als Fahrer Nummer 2 im Team von Rob Walker verpflichtet. Das erste Rennen der Saison in Süd Afrika beendete Siffert auf dem 7. Rang. Beim Race of Champions in Brands Hatch belegte er Rang fünf. Während dem Siracusa GP kämpfte Siffert an der Spitze mit John Surtess, was die beiden boten war selbst Jim Clark zuviel, erhielt sich aus dem Kampf der beiden. Siffert musste dann das Rennen mit Elektrischen Problemen aufgeben. Als nächstes Rennen stand das von Goodwood auf dem Programm. Im Rennen rammte er die Schikane und überschlug sich. Er hatte riesiges Glück sein Rücken war gebrochen, hätte er sich falsch bewegt, wäre seine Karriere zu ende gewesen und hätte statt des Rennwagens einen Rollstuhl gebraucht. Nebenbei stellte man noch einen gebrochenen Knöchel fest. 6 Wochen nach dem Unfall trainiert Siffert für den GP von Monaco, er kann kaum gehen, dennoch qualifizierte sich Siffert fürs Rennen. Wenn man bedenkt was für Belastungen ein Rennfahrer in Monaco aushalten musste, zeugt das von einer unheimlichen Willenskraft von Siffert, der 100 Runden kämpfte und das Rennen als sechster beendete. Er siegte erneut vor Weltmeister Jim Clark mit neuer Rekordzeit am Grossen Preis des Mittelmeers in Enna. Eine Woche später schlug Siffert am Bergrennen in Les Rangiers wieder zu und besiegte Jim Clark. Zweimal holte er noch WM Punkte, in Clermont-Ferrand 6. Und in Mexiko 4.

Auf einem Maserati startete Jo Siffert zum erstenmal bei den 24 Std. von Le Mans mit Jochen Neerpasch. Sie mussten das Rennen früh aufgeben.

Am ende des Jahres wurde Jo Siffert zum besten Schweizer Automobil-Rennfahrer ausgezeichnet.

BT 11 Formel 1
Jo Siffert im Brabham BT 11 Formel 1.  Foto BP Switzerland